Veranstaltungskalender
 

Vortrag von Prof. Dr. Günter Morsch, Historiker, ehem. Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen
Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Kruse, FernUniversität in Hagen

Im Gepäck des schweren DDR-Erbes, das durch den Beitrittsvertrag 1989/90 in die neue, wiedervereinigte Bundesrepublik übernommen wurde, befanden sich auch die drei großen Mahn- und Gedenkstätten Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen. Vor allem die KZ Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar sowie die Gedenkstätte am Rande der Bundeshauptstadt in Oranienburg rückten wegen ihrer zweifachen Vergangenheit als Konzentrations- und sowjetische Speziallager in den Fokus eines teilweise heftig und polemisch ausgetragenen erinnerungspolitischen Diskurses. Diese auf höchster politischer Ebene geführte Debatte über die Zukunft des Gedenkens trug letztlich dazu bei, dass sich die bundesdeutsche Erinnerungskultur grundlegend veränderte. Gedenkstätten rückten vom Rand ins Zentrum der Gesellschaft. Dabei spielten die verschiedenen Einrichtungen im Land Brandenburg, wo im Januar 1993 erstmals in der Bundesrepublik eine selbständige öffentlich-rechtliche Gedenkstättenstiftung gegründet wurde, in mehrfacher Hinsicht eine Vorreiterrolle.

Günter Morsch begleitete diesen grundlegenden Wandel bundesdeutscher Erinnerungskultur als Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen sowie als Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten von Beginn an. In zahlreichen Publikationen hat er die entscheidenden Wegmarken dieses mehr als 25-jährigen Prozesses der Neukonzeption und Neugestaltung der Gedenkstätten kommentiert und dargestellt, zuletzt in einem umfangreichen Band über die Vielzahl der Baumaßnahmen der Stiftung zur Sanierung, Sicherung und Umgestaltung der ehemaligen Mahn- und Gedenkstätten der DDR.

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<Mai 2019>
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