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Jetzt - nach so viel Jahren

© Pavel Schnabel Filmproduktion

Filmvorführung und anschließende Diskussion mit dem Regisseur Pavel Schnabel, Frankfurt am Main

Moderation: Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch, FernUniversität in Hagen

Bis 1923 war das idyllische Rhina in Oberhessen ein Ort, in dem mehr als die Hälfte der Dorfbewohner jüdisch waren. Lange Zeit wurde es "Klein-Jerusalem" genannt. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde diese alte jüdische Gemeinde zugrunde gerichtet und die Juden in Konzentrationslager deportiert. In Rhina blieb von ihnen nicht mehr als ein verwüsteter Friedhof zurück. Befragt nach den früheren Nachbarn, erzählen die Rhinaer vom friedlichen Miteinander damals. Aber die wenigen überlebenden Juden, die in New York City wohnen, erinnern sich auch an ganz andere Ereignisse. Höhepunkt des Films ist eine emotionale Konfrontation: Die Rhinaer sehen ihre ehemaligen Nachbarn auf der Leinwand wieder.

Ein Dokumentarfilm von Pavel Schnabel und Harald Lüders über die Verdrängung der Nazi-Vergangenheit und das Überdauern der nationalsozialistischen Ideologie im Alltag eines oberhessischen Dorfes im Jahr 1981. 2018 wurde der Film digital restauriert. Die aktuellen Ereignisse in Chemnitz und Köthen lassen einen erschüttert feststellen, dass der Film auch 37 Jahre nach seiner Entstehung an der Aktualität kaum eingebüßt hat.

Prädikat "besonders wertvoll" (FBW) 1981; "Adolf-Grimme-Preis mit Gold" 1982; "Film des Monats" - epd; "Sesterce d'Argent" - Int. Filmfestival Nyon 1982; "Silver Plaque" - Film Festival Chicago 1982; "Special Merit" der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, Hollywood 1983.

Hessischer Rundfunk & Pavel Schnabel Filmproduktion © 1981. Digitalisiert und restauriert von Pavel Schnabel Filmproduktion © 2018 mit Unterstützung von Filmförderungsanstalt Berlin

Der Filmemacher Pavel Schnabel, geboren 1946, studierte an der Film- und Fernsehakademie in Prag (FAMU). Er verließ die Tschechoslowakei 1968 nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Armeen, lebt und arbeitet seitdem als freiberuflicher Regisseur und Kameramann in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Vorführung des Films "Waldheims Walzer. Ein Film über Lüge und Wahrheit" wird auf 2020 verschoben.

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Mittwoch, 05.06.2019
18:00 Uhr


Kulturhaus Lüdenscheid
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