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Lüdenscheider Gespräche

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Albert Speer. Eine deutsche Karriere

Vortrag von Prof. Dr. Magnus Brechtken, Historiker, München

Mit seiner 2017 erschienenen Biographie über Albert Speer unternimmt Magnus Brechtken, stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in München, den Versuch, dem Mythos Speer auf den Grund zu gehen. Publizistisches Gewinnstreben, das dankbare Interesse einer nach Selbstentschuldung strebenden deutschen Nachkriegsöffentlichkeit und, nicht zuletzt, Speers selbst konstruierte Lüge von der aufrichtigen Reue waren die Mosaiksteine eines weichgezeichneten Bildes vom Architekten und Rüstungsminister Speer, das den aus den Akten rekonstruierten Tatsachen in keiner Weise entspricht. Brechtken fügt diese Versatzstücke zu einer biographischen Studie, die keinen Zweifel daran lässt, dass Albert Speer einer der führenden und in der letzten Kriegsphase auch treibenden Kräfte des NS-Regimes war.

Speer war seit 1931 Mitglied der NSDAP und später keineswegs nur Hitlers Architekt, sondern sein enger Vertrauter und, besonders schwerwiegend, Rüstungsminister im totalen Krieg mit weitreichenden Kompetenzen und umfassendem Wissen über die Abgründe der NS-Verbrechen, insbesondere des Einsatzes von Zwangsarbeitern in der Rüstungsindustrie. Brechtken dokumentiert präzise, wie engmaschig Speer mit dem inneren Führungszirkel der Nationalsozialisten, in erster Linie mit Goebbels und Himmler, zusammenarbeitete und seine Initiativen bis in die letzten Kriegstage mit diesen abstimmte. Umso mehr muss im Rückblick befremden, was nach den Kriegsverbrecherprozessen, schon in der 20-jährigen Spandauer Haftzeit Speers begann: Die Entstehung der Legende vom guten Nazi.

Magnus Brechtken, geboren 1964, studierte Geschichte, Politische Wissenschaften und Philosophie. Er ist stellvertretender Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte und außerplanmäßiger Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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Mittwoch, 12.09.2018 18:00 - 20:00 Uhr

Kulturhaus Lüdenscheid
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