Veranstaltungskalender
 

Lüdenscheider Gespräche 2019

Stella - Erzwungener Verrat. Jüdische Greifer im Dienst der Gestapo 1943-1945

Vortrag von Dr. Doris Tausendfreund, Berlin
Moderation: Dr. Almut Leh, FernUniversität in Hagen

Im März 1943 lebten etwa 5.000 Juden versteckt in Berlin. Zu ihnen gehörte auch Stella Kübler-Isaaksohn, geb. Goldschlag. Nach ihrer wiederholten Verhaftung durch die Gestapo versuchte sie, ihrer Deportation durch Kollaboration zu entgehen. Dabei nutzte sie ihre Zugehörigkeit zur Gruppe der Verfolgten, um andere Juden aufzuspüren und der Gestapo auszuliefern.
Sie zählte damit zu rund 25 jüdischen Fahndern, den sogenannten Greifern.
Nach Kriegsende von den Alliierten verhaftet, verurteilte ein sowjetisches Militärtribunal sie zu zehn Jahren Zwangsarbeit. Nach Ableistung dieser Strafe erfolgten weitere Anklagen vor dem Landgericht Berlin. Die Presse widmete den Verfahren mit zum Teil reißerischen Berichten über den Schrecken des Kurfürstendamms, den Todesengel oder auch das blonde Gift hohe Aufmerksamkeit.
Auch in den folgenden Jahrzehnten erschienen neben Fernsehinterviews und einem Theaterstück zahlreiche Publikationen über Stella, zuletzt 2019 das gleichnamige Buch des Spiegel-Journalisten Takis Würger.
Im Mittelpunkt des Vortrages stehen die Rekonstruktion der historischen Ereignisse und der Umgang der Nachkriegsjustiz mit den Fahndern.

Doris Tausendfreund, geboren 1970 in Berlin, ist Historikerin und promovierte 2005 mit der Arbeit Erzwungener Verrat. Jüdische Greifer im Dienst der Gestapo 1943-1945 am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Seit 2006 arbeitet sie an der Freien Universität Berlin mit lebensgeschichtlichen Erinnerungsberichten zum Nationalsozialismus und deren digitaler Aufbereitung

Zurück zur vorigen Seite...



Mittwoch, 23.10.2019
18:00 Uhr


Kulturhaus Lüdenscheid

 

<Juni 2019>
MoDiMiDoFrSaSo
     0102
03040506070809
10111213141516
17181920212223
24252627282930

Veranstaltungen finden:

Schriftgröße ändern